Kirchturmbrand
1875


 

Am 12. April 1875 um 4 Uhr nachmittags brach in der Scheune des Rudolf Widmer (dort, wo heute der Spielwarenladen steht) ein Brand aus. Man hatte in einer grossen Pfanne Harz und Pech flüssig gemacht, um damit Schläuche zu bestreichen. Das Harz sott über und fing Feuer, und da noch Petrol in der Nähe gelagert war, stand bald die ganze Scheune und eine Reihe benachbarter Häuser in Brand. Der Nordwind trieb die Flammen gegen den Kirchturm, der mit Holzschindeln gedeckt war. Um halb 5 Uhr stand der Kirchturm oberhalb der Zifferblätter in Flammen. Die Glocken, die durch das Steingewölbe geschützt waren, läuteten Sturm. Nach dreiviertel Stunden stürzte der Turmhelm herab, zum Teil auf das Kirchdach, zum Teil auf den Friedhof. Das Dach fing an verschiedenen Stellen Feuer.

Von allen Seiten kamen Feuerwehren zu Hilfe: Von Wädenswil kamen 5 Spritzen, von Zürich 4, auch Oberrieden, Thalwil, Rüschlikon, Meilen, Männedorf, Herrliberg und und Erlenbach schickten Hilfe. Bei der Höhe des Turmes war das Löschen schwierig.

Acht Familien mit 40 Personen wurden obdachlos.


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