? Starke Erdbeben am Zürichsee ?
Forschungsergebnisse des ETH Geologen Michael Strasser
publiziert in der Zürichsee-Zeitung vom 29. Dez. 2006

Am Grunde des Sees wird ständig Material
abgelagert.
Zuoberst finden wir die jüngsten Ablagerungen, je tiefer sie liegen, desto älter
sind sie.
Diese Ablagerungsschichten sind darum für die Forscher eine Art Kalender,
vergleichbar mit den Jahrringen an einem Baum.
Bei der Untersuchung dieser Sedimentschichten stiess
Strasser aber auf enorme Unregelmässigkeiten.
Im oberen Bild sind Rutschungen im See eingezeichnet, die ein riesiges Ausmass
haben.
Das folgende Bild zeigt die Rutschung bei Oberrieden.
1 Mio.m³ Material glitt vor ungefähr 2`220 Jahren den
Seeabhang hinab. Warum?
Damals war die Eiszeit längst vorbei, und der Linthgletscher kommt als Auslöser
nicht in Frage.

Weitere massive Störungen in den
Sedimentschichten fand Strasser auch für Ereignisse
vor etwa 11`500 Jahren
und
vor etwa 13`800 Jahren.
Er verglich sie mit den ebenso gewaltigen
Rutschungen im Vierwaldstättersee.
Sie geschahen zeitgleich.
Darum kommen als Erklärung
nur Erdbeben von mindestens der Stärke 6,5 (Richterskala) in Frage.
Solche Beben entstanden und können weiterhin entstehen,
weil die Alpen auch
heute noch jährlich um etwa 1mm wachsen.
Dabei baut sich im Gestein ein enormer Druck auf, der sich von Zeit zu Zeit in
einem Erdbeben entlädt.
Strasser errechnete, dass eines von solcher Stärke sich bei uns alle 2000 - 9000 Jahre
ereignet.
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