Die Entstehung der Kohle
Kohle ist ein brennbares Gestein.
Es entstand aus den Ablagerungen vorzeitlicher Pflanzen,
die bei ihrer Einlagerung in tiefere Erdschichten stofflich völlig umgewandelt
worden sind.
Für die Bildung von Kohle braucht es:
● eine üppige Vegetation
● einen bestimmten Grundwasserspiegel
● geeignete klimatische Verhältnisse
● bestimmte geologische und tektonische
Voraussetzungen
Diese müssen über einen
längeren Zeitraum und wiederholt dazu führen,
dass die absterbenden Bäume nicht verfaulen und verschwinden, sondern vertorfen.
Kohlen sind die Torfe der Vorzeiten.
Diese gingen durch chemische Veränderungen, durch
erhöhte Drucke und Temperaturen, in Kohle über.
Dieser Prozess heisst "Inkohlung".
Braunkohle
Die Inkohlung kann man sich in ihren Anfangsstufen als eine sehr langsame
Oxydation vorstellen.
(Bildung von Huminsäure)
Sie geschieht nur unter Luftabschluss, z.B. unter stagnierendem Wasser.
Dabei entsteht Braunkohle.

Horgner Glanzbraunkohle aus dem Bergwerk Käpfnach
Geologisches Museum der ETH Zürich
Steinkohle
Wenn sich weitere Schichten über das Ganze lagern,
steigen Druck und Temperatur.
Es entsteht aus der Braunkohle die Steinkohle.
Der Prozess ist vergleichbar mit einer langsamen und milden Schwelung.
Anthrazit
Die Umwandlung von Steinkohle zu
Anthrazit braucht noch höhere Temperaturen.
Dazu reicht die normale Temperaturzunahme mit der Tiefe nicht aus.
Es braucht besondere Verhältnisse in der Erdkruste:
Intrusion (Eindringen) von Gesteinsschmelzen oder die Metamorphose bei einer
Gebirgsbildung.
Im Wallis kann man Anthrazit finden.
²
Die Käpfnacher Flöze (=Kohleschichten) wurden in der
Oberen Süsswassermolasse gebildet.
Sie entstanden in einem riesigen deltaähnlichen Schwemmfächer,
dessen Hauptfluss ständig den Lauf wechselte und eine Tümpel- und Moorlandschaft
entstehen liess.
Je nach Wasserführung des Flusses und seiner Nebenarme
wurden bald Sand und Ton abgelagert, bald als nächste Schicht gröberes Material.
Ton ist eine undurchlässige Unterlage.
Das Wasser darauf stagnierte, und am Rand der warmen Tümpel gedieh eine üppige
Sumpfvegetation.
Aufgrund der gefundenen Pflanzenspuren errechnete man eine mittlere
Jahrestemperatur von 18°C.
Heute beträgt sie bei uns nur 8,5°C.
Vom Wasserrand her wucherte ein Pflanzenteppich den "Käpfnacher" Tümpel zu.
Manchmal wurde der Pflanzenfilz auf den schlammigen Grund gezogen.
Neues Schwemmmaterial wurde darauf abgelagert.
So entstanden Torfschichten zwischen anderen Gesteinsschichten.
Die Last der Ablagerungen hielt den Torf unter
den Wasserspiegel gedrückt.
So kam unter Luftabschluss die Inkohlung in Gang.
²
Die Horgner Kohle hat, ihrer Entstehung entsprechend,
variierende chemische Zusammensetzungen.
Man bezeichnet sie als Pechkohle, Pechglanzkohle, Glanzbraunkohle, Molassekohle.
Sie ist von schlechter Qualität.
Sie enthält viel Schwefel, welcher die eisernen Verbrennungsroste angreift.
Die Geschichte des Abbaus ist nachzulesen auf der
Homepage des
Bergwerkes
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