
Molasse
Das Wort leitet sich vermutlich ab vom
lateinischen "molere" = mahlen.
Die Sandsteine, aus denen man Mühlräder machte, wurden ursprünglich so genannt.
Dann hat sich der Begriff auf alle Gesteine des Mittellandes ausgedehnt.
Heute verstehen wir unter Molasse den verfestigten Abtragungsschutt,
welchen die Ur-Flüsse im Tertiär von den jungen Alpen herunterschwemmten
und mit welchem sie den Trog zwischen Jura und Alpen, das Schweizer Mittelland,
füllten.
Die wichtigsten Gesteine der Molasse sind Konglomerate (Nagelfluh), Sandsteine und Mergel.
|
|
|
|
|
Nagelfluh |
Sandstein |
Mergel & Kalk |
Grobes Material blieb am Alpenrand liegen,
feineres trieb weiter hinaus.
In Alpennähe ist die Molasseschicht am mächtigsten.
Untere Meeresmolasse:

Europa vor 30`000`000 Jahren, Bildquelle
hier
Ein flacher Meeresarm reichte bis zu den Karpaten.
Die Sedimente bestehen aus feinkörnigen Sanden, Tonen und Mergeln.
Man findet darin versteinerte Schnecken, Muscheln und Haifischzähne.
Die Alpen waren bei uns noch nicht aus dem Meer aufgetaucht,
es bildeten sich darum noch keine Deltas aus grobem Erosionsschutt.

geologisches Museum ETH Zürich

Untere Süsswassermolasse:
Das Meer wich zurück,
denn im Zusammenhang mit der Alpenbildung hob sich die Erdkruste.
Zudem fand eine weltweite Absenkung des Meeresspiegels statt.
Die Alpen wurden mächtig angehoben, und es setzte Gebirgserosion ein.
Die ersten
Nagelfluhfächer entstanden.
Sie bestehen aus Sedimentgeröll und kristallinen Gesteinsbrocken.
Konglomerate sind für die Erdgeschichtsforschung besonders interessant,
denn sie enthalten Gesteinsbrocken von alten, heute abgetragenen, nicht mehr
existierenden Alpenschichten.
Obere Meeresmolasse:
Das Land senkte sich wieder, und nochmals drang
ein schmaler, untiefer Meeresarm vor.
Die Bildung der Nagelfluh-Deltas von Napf und Hörnli begann.
Strömungen im Meeresbecken verfrachteten weiträumig Sande und Tone.

Bildquelle
hier
Obere Süsswassermolasse:
Das Meer zog sich nun endgültig zurück.
Der Aufbau der Schwemmfächer durch die Ur-Flüsse ging weiter.
Die Nagelfluhschicht des Hörnlifächers wuchs auf eine Dicke von 1500m.
In der Süsswassermolasse findet man Versteinerungen von Pflanzen und Landsäugetieren.
In dieser Zeit entstand bei der Verlandung
kleiner Seen und Tümpel unsere
Käpfnacher Molassekohle.
Im Bergwerk drin fand man aber nicht nur Kohle,
sondern auch Knochen
damaliger Tiere und Versteinerungen.
²
Die Gesteinsschichten des Mittellandes
Die Molasseschichten liegen auf den Sedimentschichten der
Tethys,
welche im Erdmittelalter abgelagert wurden.
Darunter stösst man auf das Grundgebirge, das sich im Erdaltertum bildete
mit allen dazugehörigen Erscheinungen:
Faltung, Magmatismus, Metamorphose, Aufschmelzung, Hebung, Abtragung und
Sedimentation.
Über den Molasseschichten ist hellblau die Formung der Erdoberfläche durch
die Eiszeiten angedeutet.
Einerseits schürften sich die Gletscher in die Molasse hinein,
andrerseits türmten sie Moränen auf.
Sie gaben unserer Gegend ihr heutiges Aussehen.
Die Dicke der .Schichten variiert
je nach Standort, die Tabelle bildet die Verhältnisse nicht genau ab.

Erdgeschichte 1 Anfang
Erdgeschichte 2 Alpenfaltung
Erdgeschichte 3 Molassenbildung
Erdgeschichte 4 Entstehung
der Kohle
Erdgeschichte 5 Funde im Käpfnacher Bergwerk