Die Entstehung der Alpen
Als im frühen Mesozoikum der
Grosskontinent Pangäa auseinanderbrach,
entfernte sich die afrikanische Platte von der europäischen Platte.
Konvektionsströmungen im Erdmantel liessen die beiden Platten auseinanderdriften.
Das Wasser der Tethys überflutete den Zwischenraum.
Aus aufsteigendem Magma bildete sich eine ozeanische Kruste (dunkelblau).
An den Rändern der Platten entstanden Schelfe.
Sedimentation (= Ablagerung) begann:
Die herabsinkenden Schalen und Skelette toter Tieren lagerten sich in
Schlammbänken ab.
Unter dem Druck immer neuer Ablagerungsschichten verfestigten sich fortlaufend die
darunterliegenden.
Es entstanden Sedimentgesteine, z.B. Kalkstein.
Die Ablagerungen waren in den warmen Flachmeeren der Schelfe besonders
hoch.
Schicht türmte sich auf Schicht.
Die Last dieser Schichten drückte die Schelfe
nach unten.
Die Kriechströmungen im oberen Erdmantel änderten sich.
Eine Gegenbewegung setzte ein: Afrika driftete wieder auf Europa
zu,
zeitweise mit einer Geschwindigkeit von 5 cm pro Jahr.
Vor Afrika entstand ein Graben,
weil die ozeanische Kruste und Teile der Sedimentschichten in der Tiefe
verschwanden.
Das Erdinnere "verschluckte" sie (=
Subduktion).
Schliesslich stiessen die beiden
Kontinentalplatten zusammen (=
Kollision).
Der europäische Kontinentalblock wanderte unter den afrikanischen.
Quelle:
http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm04x.htm
← mit Animation
²
Der enorme Druck der Kollision verformte und faltete die Gesteinsschichten.
Druck und Hitze wandelten das Sedimentgestein um,
es entstanden metamorphe (= umgewandelte) Gesteine, z.B. Schiefer und Gneise.
Erste Faltenrücken tauchten als Inseln aus dem
Wasser auf.
Die Erosion (Abtragung) begann.

Quelle dieser Bilder: http://www.swisstopo.bugpower.ch/vortraege/geologie_der_schweiz.pdf

Gesteinspakete wurden übereinander geschoben und gefaltet,
bis die Erdkruste fast doppelt so dick war wie vorher.
Die
tiefstenTeile der Erdkruste unter den Alpen wurden dabei derart stark aufgeheizt,
daß sie im mittleren Tertiär zu schmelzen begannen.
Störungszonen entlang drang
Gesteinsschmelze nach oben und erstarrte.
So entstanden magmatische Gesteine, z.B. der Granit der
Bergeller Berge.

Eine neue Bewegung
setzte ein:
Magmatisches und metamorphes Gestein wurden nach oben gedrückt.
Die Hebungsrate betrug jährlich
bis 5mm.
Der letzte Schub der Alpenbildung, gegen Ende des Tertiärs,
liess auch den Jura entstehen.
Während die
Erdkruste sich hob, zog sich das Meer bei uns zurück.
An der Stelle des früheren Meeres befindet sich heute zwischen
Jura und Alpen ein Molassetrog,
in welchem der "Bauschutt" der Alpen abgelagert wurde.

Wie alle Berge waren auch die Alpen früher höher als heute.
Ihre maximale Höhe ist umstritten, die Schätzungen variieren von 5000 - 10 000 m.
Die Erosion (lateinisch "erodere" = wegnagen,
abnagen) ebnet im Laufe der Zeit alle Berge ein.
Da Afrika sich immer noch auf Europa zuschiebt, ist die Alpenfaltung noch nicht
zu Ende.
Die Abtragung (=
Erosion)
und das Wachstum
(= Orogenese)
halten sich jetzt etwa die Waage,
es gibt aber regionale Unterschiede.
Die Faltung der Alpengesteine ist überall gut zu sehen, diese Foto stammt aus dem Tessin:

Erdgeschichte 1 Anfang
Erdgeschichte 2 Alpenfaltung
Erdgeschichte 3 Molassenbildung
Erdgeschichte 4 Entstehung der Kohle
Erdgeschichte 5 Funde im Käpfnacher Bergwerk